DGP-Antikörper bei Zöliakie: Bedeutung in der Diagnostik · https://zoeliakieinfo.de/diagnose/dgp-antikoerper/
Kurz erklärt
DGP-Antikörper richten sich gegen deamidierte Gliadinpeptide und sind ein Laborwert zur Unterstützung der Zöliakie-Diagnose. Sie werden vor allem eingesetzt, wenn andere Antikörpertests nicht eindeutig sind, etwa bei IgA-Mangel oder bei kleinen Kindern. Sie ersetzen aber nicht die anderen wichtigen Tests und müssen immer im Gesamtbild beurteilt werden.
Das Wichtigste in Kürze
- DGP-Antikörper sind Antikörper gegen deamidierte Gliadinpeptide.
- Sie spielen eine Rolle bei der Diagnose von Zöliakie, besonders wenn andere Tests erschwert sind.
- Besonders relevant sind sie bei IgA-Mangel und bei kleinen Kindern.
- DGP-Antikörper allein beweisen keine Zöliakie und werden immer im Zusammenhang mit anderen Befunden bewertet.
- Vor Beginn einer glutenfreien Ernährung sollten keine Antikörpertests durchgeführt werden, um das Ergebnis nicht zu verfälschen.
Erklärung / Hintergrund
DGP steht für „deamidierte Gliadinpeptide“. Gliadin ist ein Bestandteil von Gluten, dem Klebereiweiß in Weizen, Roggen und Gerste. Wenn Gliadin im Körper verändert (deamidiert) wird, kann das Immunsystem darauf reagieren und spezielle Antikörper bilden – die sogenannten DGP-Antikörper.
Bei der Zöliakie richten sich diese Antikörper gegen die deamidierten Gliadinpeptide und sind ein Hinweis darauf, dass das Immunsystem auf Gluten reagiert. Es gibt zwei Haupttypen: IgA- und IgG-Antikörper gegen DGP. Beide können im Blut gemessen werden.
Typische Situation im Alltag
Manche Menschen mit Verdacht auf Zöliakie haben bereits einen Bluttest gemacht, bei dem die gängigen Antikörper (zum Beispiel tTG-IgA) unauffällig oder schwer interpretierbar sind. Oder es besteht ein IgA-Mangel, sodass der Standardtest nicht zuverlässig ist. In solchen Fällen kann die Ärztin oder der Arzt zusätzlich DGP-Antikörper bestimmen lassen. Auch bei kleinen Kindern unter zwei Jahren werden DGP-Antikörper manchmal ergänzend getestet, da andere Antikörper in diesem Alter weniger zuverlässig sein können.
Was sagt die medizinische Forschung?
DGP-Antikörper sind laut aktuellen Leitlinien ein ergänzender Marker in der Zöliakie-Diagnostik. Sie sind besonders dann sinnvoll, wenn ein IgA-Mangel vorliegt oder bei kleinen Kindern, bei denen die klassischen Antikörper (wie tTG-IgA oder EMA) weniger empfindlich reagieren. DGP-Antikörper sind nicht spezifisch genug, um allein eine Zöliakie zu beweisen, können aber zur Abklärung beitragen. Die endgültige Diagnose stützt sich immer auf eine Kombination aus Symptomen, Antikörpertests und – falls erforderlich – einer Dünndarmbiopsie.
Was bedeutet das praktisch?
Für Betroffene bedeutet das: DGP-Antikörper sind ein hilfreicher Baustein in der Diagnostik, aber kein alleiniger Nachweis für Zöliakie. Sie können besonders dann sinnvoll sein, wenn andere Testergebnisse unklar sind oder spezielle Situationen wie IgA-Mangel oder Kleinkindalter vorliegen. Die Interpretation der Werte sollte immer durch eine erfahrene Ärztin oder einen erfahrenen Arzt erfolgen.
Wichtig vor der Diagnostik
Wer den Verdacht auf Zöliakie hat, sollte vor Abschluss aller notwendigen Untersuchungen weiterhin glutenhaltig essen. Eine selbst begonnene glutenfreie Ernährung kann die Antikörperwerte verfälschen und die Diagnose erschweren oder unmöglich machen.
Wann ärztlich abklären?
Wenn Symptome bestehen, die auf Zöliakie hinweisen könnten (zum Beispiel anhaltende Verdauungsbeschwerden, Gedeihstörungen bei Kindern, Eisenmangel ohne erkennbare Ursache), sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen. Auch bei unklaren Blutwerten oder wenn ein IgA-Mangel bekannt ist, empfiehlt sich die gezielte Diagnostik durch Fachleute. Nur Ärztinnen und Ärzte können die Ergebnisse aller Tests richtig bewerten und eine sichere Diagnose stellen.
Häufige Fragen
Was sind DGP-Antikörper genau?
DGP-Antikörper sind Abwehrstoffe des Körpers, die sich gegen deamidierte Gliadinpeptide richten – Bestandteile von Gluten, die bei Zöliakie relevant sind.
Wann werden DGP-Antikörper gemessen?
Sie werden vor allem dann gemessen, wenn der Standardtest (tTG-IgA) nicht auswertbar ist, zum Beispiel bei IgA-Mangel oder bei kleinen Kindern.
Können DGP-Antikörper allein eine Zöliakie beweisen?
Nein, sie sind nur ein Teil der Diagnostik und müssen immer zusammen mit anderen Befunden betrachtet werden.
Sind DGP-Antikörper bei allen Zöliakie-Betroffenen erhöht?
Nicht immer. Es gibt Fälle, in denen DGP-Antikörper trotz Zöliakie nicht nachweisbar sind, besonders bei bereits glutenfreier Ernährung.
Was tun bei erhöhten DGP-Antikörpern ohne Beschwerden?
Die weitere Abklärung sollte immer durch eine Ärztin oder einen Arzt erfolgen, um die Ursache sicher zu klären und unnötige Einschränkungen zu vermeiden.
Über diesen Beitrag
- Autor:in
- Redaktion
- Veröffentlicht
- 14. Mai 2026
- Quellenbasis
- S2k-Leitlinie Zöliakie (AWMF/DGVS)
- ESPGHAN-Leitlinie Zöliakie
- NICE-Leitlinie Coeliac disease
- Deutsche Zöliakie-Gesellschaft (DZG)
Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Beratung. Mehr dazu in unseren redaktionellen Richtlinien und zu den Quellen.




