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Symptome

Zöliakie und Haarausfall: Gibt es einen Zusammenhang?

Redaktion · 3 Minuten Lesezeit · 22. Juli 2026

Kurz erklärt

Haarausfall ist kein typisches Symptom der Zöliakie, kann aber in seltenen Fällen durch die Krankheit begünstigt werden – meist durch Nährstoffmangel. Es gibt viele andere mögliche Ursachen für Haarausfall. Eine ärztliche Abklärung ist wichtig, um die richtige Diagnose und Behandlung zu finden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Haarausfall ist kein Leitsymptom der Zöliakie, kann aber in seltenen Fällen auftreten.
  • Ursache kann ein Mangel an Nährstoffen sein, der durch die Zöliakie ausgelöst wird.
  • Viele andere Erkrankungen und Faktoren können Haarausfall verursachen.
  • Eine glutenfreie Ernährung kann helfen, wenn Zöliakie vorliegt und der Haarausfall damit zusammenhängt.
  • Eine ärztliche Abklärung ist immer ratsam, um andere Ursachen auszuschließen.

Erklärung / Hintergrund

Zöliakie ist eine chronische Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem auf das in vielen Getreidesorten enthaltene Gluten reagiert. Dadurch kann die Darmschleimhaut geschädigt werden. Infolge der Schädigung ist die Aufnahme von Nährstoffen erschwert. Ein Mangel an Eisen, Zink, Biotin oder anderen Vitaminen und Mineralstoffen kann sich auf viele Körperfunktionen auswirken – auch auf das Haarwachstum.

Haarausfall kann verschiedene Formen haben, zum Beispiel diffusen Haarausfall (gleichmäßiger Haarverlust am ganzen Kopf) oder kreisrunden Haarausfall (runde, kahle Stellen). Die Ursachen sind vielfältig und reichen von hormonellen Veränderungen, Stress, Infektionen bis zu genetischen Faktoren oder bestimmten Medikamenten. Auch eine Autoimmunreaktion, wie sie bei Zöliakie vorkommt, kann in seltenen Fällen direkt das Haarwachstum beeinflussen.

Typische Situation im Alltag

Du bemerkst, dass dir mehr Haare ausfallen als sonst – etwa beim Kämmen, Duschen oder auf dem Kopfkissen. Vielleicht hast du schon eine Zöliakie-Diagnose, vielleicht auch nicht. Schnell kommt die Sorge auf, ob ein Zusammenhang besteht. Gerade bei frisch diagnostizierter Zöliakie ist es möglich, dass der Körper sich erst nach einiger Zeit von möglichen Nährstoffmängeln erholt und das Haarwachstum wieder normalisiert. Doch auch andere Gründe können eine Rolle spielen.

Was sagt die medizinische Forschung?

Haarausfall wird in der medizinischen Literatur nicht als typisches oder häufiges Symptom der Zöliakie beschrieben. In seltenen Fällen kann ein Zusammenhang bestehen, etwa wenn durch die geschädigte Darmschleimhaut wichtige Nährstoffe nicht ausreichend aufgenommen werden. Besonders Eisenmangel, aber auch ein Mangel an anderen Vitaminen und Spurenelementen, kann das Haarwachstum beeinträchtigen. Nach Umstellung auf eine streng glutenfreie Ernährung regeneriert sich die Darmschleimhaut meist, und auch die Nährstoffaufnahme verbessert sich. In der Regel bessert sich dann auch der Haarausfall, sofern er durch Zöliakie-bedingten Mangel ausgelöst wurde. Die meisten Fälle von Haarausfall haben jedoch andere Ursachen.

Was bedeutet das praktisch?

Wenn bei dir Haarausfall auftritt und du eine Zöliakie hast, kann das ein Hinweis auf einen bestehenden oder zurückliegenden Nährstoffmangel sein. Es ist sinnvoll, dies ärztlich abklären zu lassen. Die Behandlung der Zöliakie besteht immer in einer lebenslangen, konsequent glutenfreien Ernährung. Nur so kann sich die Darmschleimhaut erholen und die Nährstoffaufnahme normalisieren. Nahrungsergänzungsmittel sollten nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden. Ist noch keine Zöliakie diagnostiziert, sollte vor Beginn einer glutenfreien Ernährung eine ärztliche Abklärung erfolgen, da sonst wichtige Untersuchungen verfälscht werden können.

Wichtig vor der Diagnostik

Wenn du einen Verdacht auf Zöliakie hast, solltest du vor Abschluss der ärztlichen Diagnostik keinesfalls eigenständig auf glutenfreie Ernährung umstellen. Nur bei fortgesetztem Glutenverzehr sind die Testergebnisse zuverlässig aussagekräftig. Sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt über die nächsten Schritte.

Wann ärztlich abklären?

Haarausfall sollte immer ärztlich abgeklärt werden, besonders wenn er plötzlich auftritt, länger anhält oder sich verstärkt. Das gilt auch, wenn du bereits eine Zöliakie hast. Die Ursachen sind vielfältig – neben Zöliakie kommen viele andere Erkrankungen oder Mängel als Auslöser infrage. Nur eine ärztliche Untersuchung kann klären, ob und welcher Zusammenhang besteht und welche Behandlung sinnvoll ist.

Häufige Fragen

Kann Haarausfall das erste Anzeichen für Zöliakie sein?

Haarausfall allein ist kein typisches Erstsymptom der Zöliakie. Meist treten andere Beschwerden wie Magen-Darm-Probleme oder Müdigkeit auf.

Geht der Haarausfall nach glutenfreier Ernährung wieder weg?

Wenn der Haarausfall durch einen Zöliakie-bedingten Nährstoffmangel verursacht wurde, kann sich das Haarwachstum nach Umstellung auf glutenfreie Ernährung und Ausgleich des Mangels wieder normalisieren. Das dauert aber oft einige Monate.

Muss ich bei Zöliakie Nahrungsergänzungsmittel nehmen?

Nur wenn ein nachgewiesener Mangel besteht und die Ärztin oder der Arzt es empfiehlt. Eine eigenständige Einnahme ist nicht ratsam.

Welche Blutwerte sollte ich bei Haarausfall prüfen lassen?

Deine Ärztin oder dein Arzt entscheidet, welche Werte sinnvoll sind. Häufig werden Eisen, Zink, Vitamin B12 und andere Nährstoffe geprüft.

Können auch andere Autoimmunerkrankungen Haarausfall verursachen?

Ja, bestimmte Autoimmunerkrankungen können das Haarwachstum beeinträchtigen. Auch das sollte ärztlich abgeklärt werden.

Über diesen Beitrag

Autor:in
Redaktion
Veröffentlicht
22. Juli 2026
Quellenbasis
  • S2k-Leitlinie Zöliakie (AWMF/DGVS)
  • Deutsche Zöliakie-Gesellschaft (DZG)
  • ESPGHAN-Leitlinie Zöliakie
  • NICE-Leitlinie Coeliac disease

Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Beratung. Mehr dazu in unseren redaktionellen Richtlinien und zu den Quellen.

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