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Diagnose

Zöliakie-Screening bei Risikogruppen: Wer sollte getestet werden?

Redaktion · 3 Minuten Lesezeit · 5. Oktober 2026 · Zuletzt geprüft: 5. Oktober 2026

Kurz erklärt

Ein Zöliakie-Screening wird bei bestimmten Risikogruppen empfohlen, etwa bei Verwandten ersten Grades von Betroffenen oder bei bestimmten Autoimmunerkrankungen. Die Entscheidung für einen Test trifft die Ärztin oder der Arzt, oft abhängig von Beschwerden oder anderen Faktoren. Während der Diagnostik solltest du weiterhin glutenhaltig essen, da ein Verzicht die Testergebnisse verfälschen kann.

Das Wichtigste in Kürze

  • Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen oder familiärer Vorbelastung haben ein erhöhtes Zöliakie-Risiko.
  • Ein Zöliakie-Screening kann helfen, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen – auch ohne typische Beschwerden.
  • Die Testentscheidung trifft die Ärztin oder der Arzt individuell, meist nach Abwägung von Beschwerden, Risikofaktoren und dem Nutzen einer frühen Diagnose.
  • Während der Diagnostik ist es wichtig, weiterhin glutenhaltig zu essen.

Erklärung / Hintergrund

Zöliakie ist eine chronische Erkrankung, bei der das Immunsystem auf das Klebereiweiß Gluten reagiert und dadurch die Darmschleimhaut schädigt. Manche Menschen haben ein erhöhtes Risiko, an Zöliakie zu erkranken. Dazu zählen vor allem Verwandte ersten Grades von Zöliakie-Betroffenen sowie Menschen mit bestimmten Autoimmunerkrankungen oder genetischen Syndromen. Ein Screening bedeutet, gezielt nach Zöliakie zu suchen, auch wenn noch keine oder nur unspezifische Symptome bestehen.

Typische Situation im Alltag

Vielleicht hast du erfahren, dass jemand in deiner Familie Zöliakie hat, oder du hast selbst eine Erkrankung wie Typ-1-Diabetes oder eine Schilddrüsenerkrankung. Die Frage taucht auf: Sollte ich mich auf Zöliakie testen lassen, auch wenn ich keine Beschwerden habe? Solche Situationen sind häufig und können Verunsicherung auslösen. Ärztinnen und Ärzte besprechen dann gemeinsam mit dir, ob ein Screening sinnvoll ist und wie das weitere Vorgehen aussieht.

Was sagt die medizinische Forschung?

Die medizinischen Leitlinien empfehlen ein Zöliakie-Screening für bestimmte Risikogruppen. Dazu gehören zum Beispiel Verwandte ersten Grades von Menschen mit Zöliakie, Personen mit Typ-1-Diabetes, Autoimmunthyreoiditis (Hashimoto-Thyreoiditis oder Morbus Basedow), Down-Syndrom oder Turner-Syndrom. Auch bei weiteren Autoimmunerkrankungen kann ein Screening erwogen werden. Die Entscheidung richtet sich nach individuellen Faktoren wie Beschwerden, Alter und weiteren Begleiterkrankungen. Ein generelles Screening für die gesamte Bevölkerung wird nicht empfohlen.

Was bedeutet das praktisch?

Wenn du zu einer Risikogruppe gehörst, kann ein Gespräch mit deiner Ärztin oder deinem Arzt klären, ob eine Testung auf Zöliakie sinnvoll ist. Das Screening erfolgt meist durch eine Blutuntersuchung auf bestimmte Antikörper. Bei auffälligen Ergebnissen folgen weitere Schritte zur Sicherung der Diagnose. Auch wenn keine Beschwerden bestehen, kann eine frühzeitige Erkennung der Zöliakie wichtig sein, um Folgeschäden zu vermeiden. Die glutenfreie Ernährung wird aber erst nach gesicherter Diagnose begonnen.

Wichtig vor der Diagnostik

Während der gesamten Diagnostik solltest du weiterhin glutenhaltig essen. Ein vorzeitiger Verzicht auf Gluten kann die Testergebnisse verfälschen und die Diagnose erschweren oder unmöglich machen. Erst nach Abschluss aller notwendigen Untersuchungen wird gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt über die Ernährung entschieden.

Wann ärztlich abklären?

Wenn du zu einer Risikogruppe gehörst – zum Beispiel, weil ein Elternteil, Geschwister oder Kind Zöliakie hat, oder weil du eine der genannten Erkrankungen hast –, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt über die Möglichkeit eines Screenings. Auch bei unklaren Beschwerden wie chronischer Müdigkeit, wiederkehrenden Magen-Darm-Beschwerden oder Wachstumsauffälligkeiten bei Kindern kann eine Abklärung sinnvoll sein. Die Entscheidung für ein Screening und das weitere Vorgehen sollte immer gemeinsam mit einer medizinischen Fachkraft getroffen werden.

Häufige Fragen

Wer zählt zu den Zöliakie-Risikogruppen?

Zu den Risikogruppen gehören Verwandte ersten Grades von Zöliakie-Betroffenen, Menschen mit Typ-1-Diabetes, Autoimmunthyreoiditis, Down-Syndrom, Turner-Syndrom und einigen weiteren Autoimmunerkrankungen.

Muss ich mich testen lassen, wenn ich keine Beschwerden habe?

Ein Screening wird bei Risikogruppen auch ohne typische Beschwerden empfohlen, da Zöliakie oft lange unbemerkt bleibt. Die Entscheidung trifft die Ärztin oder der Arzt individuell.

Wie läuft ein Zöliakie-Screening ab?

In der Regel wird zunächst eine Blutuntersuchung auf Zöliakie-typische Antikörper durchgeführt. Bei auffälligen Ergebnissen folgen weitere Untersuchungen zur Sicherung der Diagnose.

Ab wann sollte ich glutenfrei essen?

Erst nach abgeschlossener Diagnostik und gesicherter Zöliakie-Diagnose wird eine glutenfreie Ernährung begonnen. Ein früher Verzicht kann die Testergebnisse verfälschen.

Wird ein Screening für alle Menschen empfohlen?

Nein, ein generelles Screening für die gesamte Bevölkerung ist nicht vorgesehen. Empfohlen wird es für bestimmte Risikogruppen.

Über diesen Beitrag

Erstellt von
Redaktion
Veröffentlicht
5. Oktober 2026
Zuletzt redaktionell geprüft
5. Oktober 2026
Quellenstand
Oktober 2026
Leitlinienstand
S2k-Leitlinie Zöliakie, 2021
Quellenbasis
  • S2k-Leitlinie Zöliakie (AWMF/DGVS)
  • Deutsche Zöliakie-Gesellschaft (DZG)
  • ESPGHAN-Leitlinie Zöliakie
  • NICE-Leitlinie Coeliac disease

Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Beratung. Mehr dazu in unseren redaktionellen Richtlinien und zu den Quellen.

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