Zum Inhalt springen

Diagnose

Wann sollte man sich auf Zöliakie testen lassen?

Redaktion · 3 Minuten Lesezeit · 11. September 2026

Kurz erklärt

Ein Test auf Zöliakie ist sinnvoll, wenn typische oder unklare Beschwerden bestehen, die auf die Erkrankung hinweisen könnten, oder wenn bestimmte Risikofaktoren vorliegen. Auch nahe Verwandte von Zöliakie-Betroffenen sowie Menschen mit bestimmten Autoimmunerkrankungen sollten eine Abklärung erwägen. Die Diagnostik sollte immer ärztlich begleitet werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zöliakie kann viele verschiedene Symptome verursachen – auch außerhalb des Darms.
  • Manche Menschen haben ein erhöhtes Risiko, zum Beispiel bei bestimmten Autoimmunerkrankungen oder wenn Verwandte betroffen sind.
  • Bei Verdacht sollte die Diagnostik immer ärztlich erfolgen – niemals selbstständig glutenfrei essen, bevor die Tests abgeschlossen sind.
  • Hausärzt:innen sind die erste Anlaufstelle für die Abklärung.

Erklärung / Hintergrund

Zöliakie ist eine chronische Autoimmunerkrankung, bei der der Verzehr von Gluten zu einer Entzündungsreaktion im Dünndarm führt. Die Krankheit kann in jedem Lebensalter auftreten und zeigt sich nicht immer durch klassische Symptome wie Durchfall oder Bauchschmerzen. Auch unspezifische Beschwerden wie Müdigkeit, Eisenmangel oder Hautprobleme können auftreten. Viele Menschen wissen lange nicht, dass sie betroffen sind, weil die Anzeichen sehr unterschiedlich sein können oder fehlen.

Typische Situation im Alltag

Viele Betroffene suchen erst ärztlichen Rat, wenn sie wiederholt Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen, chronische Durchfälle oder unerklärte Müdigkeit haben. Andere erfahren durch Zufall von der Erkrankung, etwa weil ein Familienmitglied diagnostiziert wurde. Auch bei Kindern mit Wachstumsstörungen oder Appetitlosigkeit kann Zöliakie eine Rolle spielen. Wer zu einer Risikogruppe gehört, sollte besonders aufmerksam sein, auch wenn keine auffälligen Symptome bestehen.

Was sagt die medizinische Forschung?

Die Forschung zeigt, dass Zöliakie häufig übersehen wird, weil die Symptome sehr vielfältig sind. Besonders Menschen mit bestimmten Autoimmunerkrankungen (wie Typ-1-Diabetes oder Autoimmunthyreoiditis) und Verwandte ersten Grades von Zöliakie-Betroffenen haben ein erhöhtes Risiko. Auch bei unerklärten Mangelerscheinungen (z. B. Eisenmangel) oder bestimmten neurologischen Beschwerden sollte an Zöliakie gedacht werden. Ein Test ist immer dann sinnvoll, wenn ein begründeter Verdacht besteht oder ein erhöhtes Risiko vorliegt.

Was bedeutet das praktisch?

Wenn du wiederholt Beschwerden hast, die auf Zöliakie hindeuten könnten, oder zu einer Risikogruppe gehörst, sprich mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt. Nur so kann eine gezielte Diagnostik eingeleitet werden. Wichtig: Vor Beginn der Untersuchungen solltest du weiterhin glutenhaltig essen, da sonst die Testergebnisse verfälscht werden können. Die Diagnostik beginnt meist mit einem Bluttest; bei auffälligen Befunden folgt in der Regel eine Dünndarmbiopsie. Selbsttests aus dem Internet ersetzen keine ärztliche Abklärung und sind nicht zuverlässig.

Wichtig vor der Diagnostik

Wer einen Zöliakie-Test machen möchte, sollte auf keinen Fall schon vorher glutenfrei essen. Eine glutenfreie Ernährung vor Abschluss aller notwendigen Untersuchungen kann zu falsch-negativen Testergebnissen führen und die Diagnose erschweren oder unmöglich machen.

Wann ärztlich abklären?

Ein ärztliches Gespräch ist ratsam, wenn:

  • wiederholt Beschwerden wie chronische Durchfälle, Blähungen, Bauchschmerzen, unerklärte Müdigkeit oder Gewichtsverlust auftreten,
  • Blutarmut, Eisenmangel oder andere Mangelerscheinungen ohne erkennbare Ursache bestehen,
  • ein:e Verwandte:r ersten Grades (Eltern, Geschwister, Kinder) an Zöliakie erkrankt ist,
  • du an Typ-1-Diabetes, Autoimmunthyreoiditis oder anderen Autoimmunerkrankungen leidest,
  • bei Kindern Wachstumsstörungen, Entwicklungsverzögerungen oder Appetitlosigkeit beobachtet werden.

Die hausärztliche Praxis ist die erste Anlaufstelle. Dort kann besprochen werden, ob eine Testung sinnvoll ist und wie sie abläuft.

Häufige Fragen

Welche Symptome sprechen für eine Zöliakie?

Zöliakie kann sich durch Beschwerden wie Durchfall, Blähungen, Bauchschmerzen, Müdigkeit, Eisenmangel oder Hautprobleme zeigen. Es gibt aber auch viele Menschen ohne typische Symptome.

Wer sollte sich vorsorglich testen lassen?

Menschen mit erhöhtem Risiko, zum Beispiel Verwandte ersten Grades von Betroffenen oder Personen mit bestimmten Autoimmunerkrankungen, sollten eine ärztliche Abklärung erwägen – auch ohne Beschwerden.

Kann ich mich selbst testen?

Von Selbsttests wird abgeraten, da sie keine zuverlässige Diagnose ermöglichen. Die Diagnostik sollte immer unter ärztlicher Begleitung erfolgen.

Was passiert beim Zöliakie-Test?

Meistens beginnt die Diagnostik mit einem Bluttest auf spezielle Antikörper. Bei auffälligen Befunden folgt in der Regel eine Dünndarmbiopsie.

Muss ich vor dem Test Gluten essen?

Ja, während der gesamten Diagnostik ist es wichtig, weiterhin glutenhaltig zu essen. Nur so sind die Testergebnisse aussagekräftig.

Über diesen Beitrag

Autor:in
Redaktion
Veröffentlicht
11. September 2026
Quellenbasis
  • S2k-Leitlinie Zöliakie (AWMF/DGVS)
  • Deutsche Zöliakie-Gesellschaft (DZG)
  • ESPGHAN-Leitlinie Zöliakie
  • NICE-Leitlinie Coeliac disease
  • NIDDK (National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases)

Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Beratung. Mehr dazu in unseren redaktionellen Richtlinien und zu den Quellen.

Weiterlesen

Das könnte dich auch interessieren

Mehr zum Thema: Diagnose · Symptome · Zöliakie verstehen · Neu diagnostiziert

Suche

Tipp: Mit / oder ⌘K öffnest du die Suche von überall.