Ist Roggen glutenfrei? Was Menschen mit Zöliakie wissen müssen · https://zoeliakieinfo.de/lebensmittel/roggen/
Kurz erklärt
Roggen ist nicht glutenfrei. Er enthält das Klebereiweiß Secalin, das für Menschen mit Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit problematisch ist. Roggen und daraus hergestellte Produkte sollten konsequent gemieden werden.
Das Wichtigste in Kürze
- Roggen enthält das Gluten-Eiweiß Secalin und ist für Menschen mit Zöliakie ungeeignet.
- Auch kleine Mengen Roggen können Beschwerden und Schäden verursachen.
- Viele Brote und Backwaren enthalten Roggen – immer die Zutatenliste prüfen.
- Es gibt zahlreiche glutenfreie Alternativen zu Roggenprodukten.
Was Betroffene wissen müssen
Roggen gehört wie Weizen und Gerste zu den glutenhaltigen Getreidesorten. Das in Roggen enthaltene Gluten (Secalin) löst bei Menschen mit Zöliakie eine Immunreaktion aus, die zu Entzündungen im Dünndarm führen kann. Auch geringe Mengen sind problematisch. Daher ist Roggen in jeder Form – als ganzes Korn, Mehl, Schrot oder Flocken – für Menschen mit Zöliakie nicht geeignet.
Worauf beim Einkauf achten?
Roggen steckt nicht nur in klassischen Roggenbroten, sondern auch in vielen Mischbroten, Knäckebrot, Brotaufstrichen, Bier, Malzgetränken und manchen Fertigprodukten. Beim Einkauf solltest du immer die Zutatenliste sorgfältig lesen. In der EU muss Roggen als Allergen in der Zutatenliste hervorgehoben werden. Produkte mit der Kennzeichnung „glutenfrei“ dürfen laut Gesetz maximal 20 mg Gluten pro kg enthalten und sind für Menschen mit Zöliakie geeignet – Roggen ist darin nicht enthalten.
Risiko einer Kreuzkontamination
In Bäckereien, Getreidemühlen oder Haushalten, in denen auch glutenhaltige Getreide verarbeitet werden, kann es leicht zu Verunreinigungen kommen. Schon Spuren von Roggen können ausreichen, um eine Reaktion auszulösen. Deshalb sollten Betroffene auf speziell als glutenfrei gekennzeichnete Produkte zurückgreifen und in der Küche auf getrennte Arbeitsbereiche achten.
Varianten und Zutaten
Roggen wird in verschiedenen Formen angeboten:
- Roggenmehl (verschiedene Typen)
- Roggenschrot
- Roggenflocken
- Roggenmalz
- Roggenkeimlinge
Auch Sauerteigbrote enthalten oft Roggen. Roggenmalz wird als Zutat in vielen Lebensmitteln eingesetzt, zum Beispiel in Malzbier, einigen Frühstückscerealien oder als Farbstoff (Malzextrakt).
Geeignete Alternativen
Für Menschen mit Zöliakie gibt es viele glutenfreie Getreidealternativen, zum Beispiel:
- Mais
- Reis
- Hirse
- Buchweizen
- Amaranth
- Quinoa
- Teff
- glutenfreie Haferprodukte (mit entsprechender Kennzeichnung)
Mit diesen Zutaten lassen sich Brote, Brötchen und andere Backwaren herstellen, die sicher glutenfrei sind.
Häufige Fragen
Enthält Roggen immer Gluten?
Ja, Roggen enthält von Natur aus das Gluten-Eiweiß Secalin.
Kann ich Roggen essen, wenn ich nur wenig vertrage?
Auch kleine Mengen Roggen sind für Menschen mit Zöliakie ungeeignet und sollten vermieden werden.
Ist Sauerteigbrot aus Roggen glutenfrei?
Nein, Sauerteigbrot aus Roggen enthält Gluten und ist nicht geeignet.
Gibt es glutenfreien Roggen?
Nein, es gibt keine glutenfreie Roggensorte. Roggen ist immer glutenhaltig.
Wie erkenne ich Roggen in Lebensmitteln?
Roggen muss in der Zutatenliste als Allergen hervorgehoben werden. Bei Unsicherheit auf das Glutenfrei-Symbol achten.
Über diesen Beitrag
- Autor:in
- Redaktion
- Veröffentlicht
- 6. Mai 2026
- Quellenbasis
- S2k-Leitlinie Zöliakie (AWMF/DGVS)
- Deutsche Zöliakie-Gesellschaft (DZG)
- Verordnung (EU) Nr. 828/2014 (Glutenfrei-Kennzeichnung)
- Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 (Lebensmittelinformation)
Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Beratung. Mehr dazu in unseren redaktionellen Richtlinien und zu den Quellen.




