Gliadin: Bedeutung bei Zöliakie einfach erklärt · https://zoeliakieinfo.de/lexikon/gliadin/
Kurz erklärt
Gliadin ist ein Eiweißbestandteil (Proteinfraktion) im Weizen, der zu Gluten gehört. Bei Zöliakie reagiert das Immunsystem auf Gliadin und löst dadurch die typische Entzündungsreaktion im Dünndarm aus.
Gliadin ist ein Speicherprotein, das in Weizen vorkommt und zur Gruppe der sogenannten Prolamine gehört. Es ist einer der Hauptbestandteile des Glutens, das in vielen Getreidesorten enthalten ist. Neben Gliadin im Weizen gibt es verwandte Proteine in anderen Getreiden: Sekalin in Roggen und Hordein in Gerste.
Bei Zöliakie spielt Gliadin eine entscheidende Rolle. Das Immunsystem von Menschen mit Zöliakie erkennt bestimmte Abschnitte (Peptide) des Gliadins als fremd. Wird Gluten – und damit Gliadin – verzehrt, kommt es zu einer fehlgeleiteten Immunreaktion. Diese führt zu Entzündungen und Schäden an der Darmschleimhaut. Die Beschwerden und Folgen können sehr unterschiedlich sein und reichen von Verdauungsproblemen bis zu Nährstoffmangel.
Gliadin ist nicht nur in offensichtlichen Weizenprodukten wie Brot oder Nudeln enthalten, sondern kann auch in verarbeiteten Lebensmitteln versteckt sein. Daher ist es für Menschen mit Zöliakie wichtig, auf die Zutatenliste und die Allergenkennzeichnung zu achten. In der Europäischen Union muss glutenhaltiges Getreide wie Weizen, Roggen und Gerste als Allergen gekennzeichnet werden. Produkte mit dem Hinweis „glutenfrei“ enthalten weniger als 20 mg Gluten pro Kilogramm und gelten als für Zöliakie geeignet.
Für den glutenfreien Alltag bedeutet das: Nur Lebensmittel, die entweder naturbelassen und glutenfrei sind oder als glutenfrei gekennzeichnet sind, sind für Menschen mit Zöliakie geeignet. Auf Produkte mit Weizen, Roggen oder Gerste – und damit Gliadin, Sekalin oder Hordein – sollte verzichtet werden.
Gliadin ist der zentrale Auslöser der Immunreaktion bei Zöliakie, aber nicht der einzige. Auch andere Prolamine aus verwandten Getreiden können Beschwerden und Schäden verursachen. Die Behandlung der Zöliakie besteht daher aus einer streng glutenfreien Ernährung.
Über diesen Beitrag
- Erstellt von
- Redaktion
- Veröffentlicht
- 14. September 2026
- Zuletzt redaktionell geprüft
- 5. Oktober 2026
- Quellenstand
- Oktober 2026
- Quellenbasis
- S2k-Leitlinie Zöliakie (AWMF/DGVS)
- Deutsche Zöliakie-Gesellschaft (DZG)
- ESPGHAN-Leitlinie Zöliakie
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